Pädagogisches Konzept
Das FreiSpiel-Konzept basiert auf zwei Hauptsäulen:
- Unterstützung für die Bildungseinrichtungen und
- vertrauensvollen Beziehungen im Bildungskontext durch eine zusätzliche Bezugsperson.
Die Unterstützung erfolgt durch das Engagement von Freiwilligen in Bildungseinrichtungen in Wien und dem östlichen Niederösterreich.
Durch die Kooperation mit Bildungspartner*innen bildet FreiSpiel ein Netzwerk. So ist gewährleistet, dass die Unterstützung bei den Kindern, die Hilfe brauchen, auch ankommt.
Die Freiwilligen werden laufend pädagogisch-psychologisch begleitet. Ihre praktische Arbeit mit den Kindern orientiert sich an folgenden Prinzipien:
- Aufmerksame Zuwendung
- Verlässlichkeit, Sicherheit und Grenzen durch warme und motivierende Worte
- Individualisierung der Lerninteraktion unter Berücksichtigung des Wissenstandes des Kindes
- Den Kindern ermöglichen, positive Lernerfahrungen zu sammeln und somit Kompetenz zu erleben
- Vorbild für positive Einstellung gegenüber Lernen und Bildung sein
Durch ihren stabilen, kontinuierlichen, längerfristigen und zuverlässigen Einsatz werden FreiSpieler*innen zu wichtigen Vertrauens- und Bezugspersonen der Kinder im Kontext der Bildungseinrichtungen. FreiSpieler*innen sind unabhängige, nicht wertende Personen. Sie fokussieren sich auf das Zwischenmenschliche und ergänzen das kognitive Angebot der Bildungseinrichtungen durch individuelle Aufmerksamkeit, Empathie und Lernunterstützung.
Die wertschätzende Beziehung motiviert die Kinder, an sich selbst zu glauben. Wenn Kinder es schaffen, ein realistisches und positives Selbstbild als Lernende zu entwickeln, erleben sie eher schulischen Erfolg. Damit bleibt ihre Lernmotivation im Verlauf der Schulkarriere erhalten.
Dort, wo es Sinn macht - Unterstützung in der Bildungseinrichtung
FreiSpiel erreicht und unterstützt benachteiligte Kinder in den Einrichtungen, in denen diese die meiste Zeit verbringen - Kindergarten, Schule und Hort. Der Einsatz der Freiwilligen verlangt von den Eltern keinen zusätzlichen organisatorischen und finanziellen Aufwand und ermöglicht einen besonders niederschwelligen Zugang zur Unterstützung. Außerdem legt FreiSpiel besonders viel Wert auf die enge Zusammenarbeit zwischen Pädagog*innen und Freiwilligen. Ihre Expertise fließt immer in das Unterstützungsangebot der FreiSpieler*innen mit ein.
Kinderschutz
Der Schutz und die Rechte der Kinder sind unsere wichtigsten Anliegen. Daher haben wir ein eigenes Kinderschutzkonzept entwickelt.
Der Schutz und das Wohlbefinden aller Kinder sind für FreiSpiel und alle seine Mitarbeiter*innen und FreiSpieler*innen von größter Bedeutung. Somit bekennt sich das Projekt FreiSpiel im Namen der Caritas Wien zu der UN-Kinderrechtskonvention (United Nations, 1989; Art. 19) und zum österreichischen Bundesverfassungsgesetz (BVG-Kinderrechte, 2011; Art. 5) und verpflichtet sich, die Rechte der Kinder in allen Aktivitäten und Kooperationen mit Bildungsinstitutionen und Fördergeber*innen zu respektieren, zu bewahren und für diese einzutreten.
FreiSpiel nimmt eine klare Haltung gegenüber allen Arten von zwischenmenschlicher Gewalt ein. Vor allem am Programm beteiligte Kinder sollen durch informierte FreiSpieler*innen, die einem Verhaltenskodex unterliegen, vor Gewalt und Grenzverletzungen geschützt werden.
In einem langen partizipativen Prozess unter Beteiligung von Mitarbeiter*innen und FreiSpieler*innen wurden Präventionsmaßnahmen und Beschwerdewege ausführlich beschrieben und in den Kinderschutzrichtlinien festgehalten, die folgendes beinhalten:
- Risikoanalyse möglicher Formen der Gewalt und Grenzverletzungen innerhalb der Tätigkeitsbereiche der Organisation, wie z.B. bei den Einsätzen, bei der Kommunikation und beim Datenschutz
- Präventionsmaßnahmen, wie z.B. verpflichtendes Einholen der Strafregisterbescheinigungen, Zustimmung zur Selbstverpflichtungserklärung zum Kinderschutz, Teilnahme am Kinderschutz-Workshop und Ernennung einer kinderschutzbeauftragten Person
- Strukturiertes Beschwerde- und Fallmanagement
- Monitoring und Evaluierung
Kommt es im Rahmen unserer Tätigkeiten für FreiSpieler*innen oder Pädagog*innen zu Bedenken, Sorgen oder Unsicherheiten im Sinne des Kinderschutzes, kontaktieren Sie bitte unsere kinderschutzbeauftragte Person. Im Interesse des Kindes sollen Entscheidungen immer gemeinsam getroffen werden. Im geschützten Rahmen kann über Ängste und Sorgen gesprochen und, je nach Fall, über weitere Maßnahmen gemeinsam entschieden werden.
FreiSpiels kinderschutzbeauftragte Person ist als erste Ansprechperson für FreiSpieler*innen und deren anleitende Pädagog*innen da!
Clara Gomes-Koban
Bildungspsychologin und Kinderschutzbeauftragte